Erfahrungen, Konzepte

Schlag richtig!

‹Schlag richtig.› ist der wahrscheinlich am häufigsten gesagte Satz beim Üben von Anwendungen. Richtig zu schlagen, beziehungsweise richtig anzugreifen ist dabei zentral.

Problematik

Was einfach klingt, ist aber in meinen Augen gar nicht so simpel. Zum Schlagen gehört Geschwindigkeit und Kraft, Lockerheit, Timing, Stand. Das sind technische Ebenen, die Übung erfordern. Dazu kommt aber nicht zuletzt der Mut, den Übungspartner anzugreifen. Ich brauche dazu Vertrauen in unterschiedlichen Ebenen. Ganz banal betrachtet will ich mein Gegenüber natürlich nicht verletzen. Dann kommt dazu, dass nicht alle alles gleich gut vertragen. Trotz der Anweisung, immer richtig anzugreifen, tue ich mich schwer, wenn ich merke, dass mein Übungspartner Angst vor dem Kontakt hat. Es kann halt schon mal weh tun. (Was ich nicht so schlimm finde, aber das kann ich nur für mich selber entscheiden.)

Umgekehrt weiss ich genau, dass mein Partner nur üben kann, wenn ich richtig angreife – und ich auch nur, wenn er das selbe tut. Wir lernen nicht, eine Wand aufzubauen, welche auch da steht, wenn kein Angriff kommt. Wir lernen, mit dem Angriff, der auf uns eindringt, etwas anzufangen. Das erfordert zwingend die im Ernstfall vorhandene ‹Mitarbeit› des Gegners. Seine Kraft ist Teil von dem, was ich tun kann.

Man findet sich

Das Gute ist: Es wird immer besser. Jetzt, nach einem Jahr, scheine ich das deutlich besser zu machen. Es kommt nur noch selten vor, dass mir jemand nach dem Schlag ‹locker…› sagt. Und ich habe auch immer mehr Mitschüler gefunden, mit welchen ich bei Anwendungen gut harmoniere. Wir üben mit Tempo und Kraft, nehmen in Kauf, dass mal ein Schlag durchkommt und es weh tut. Wir geben ab und zu Feedback, wie sich die Anwendung anfühlt, lassen dem jeweils anderen aber Platz zu üben und quatschen ihn nicht zu. Wir lernen zu vertrauen, dass der andere seinen Ellenbogen nicht ganz durchstreckt und sich so gegen einen Bruch schützt.

Das macht das Üben zwar nicht unbedingt körperlich angenehm, aber im Kopf schon. So erkenne ich, was funktioniert und was nicht und habe eine Basis für Fortschritt.

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