Erfahrungen, Interviews

«Wenn man etwas lernen will, muss man dafür Zeit investieren.»

Bei einem LARP-Event habe ich Julian Bauschert kennengelernt. Wir sind ins Gespräch bekommen und hatten zumindest kurz auch die Gelegenheit, zusammen zu üben und voneinander zu lernen. Julian lernt Wing Tsun, eine eng mit dem Hung Gar verwandte Kunst.

Kurzinfo

Name: Julian Bauschert
Jahrgang: 1996
Mit Kung Fu angefangen vor: 4 Jahren
Stil / Schule: Wing Tsun/ Ewto

Interview

Beschäftigt dich Kung Fu ausserhalb der Lektionen / Seminare? Wenn ja, wie äussert sich das?

Grundsätzlich hatte ich schon von klein auf ein großes Interesse an Kung Fu, dementsprechend habe ich schon früh angefangen, mir Informationen anzulesen und mir außerhalb vom eigentlichen Unterricht Wissen anzueignen, welches ich dann nutzen kann.

Wie motivierst du dich, wenn es mal hart wird?

Ich denke, mir hilft immer, der eigene Antrieb noch mehr erreichen zu wollen. Frei nach dem Motto: »Wasch mich aber mach mich nicht nass dabei, gibt es nicht!» Wer etwas erreichen will, muss auch dafür arbeiten. Das dies nicht für jeden funktioniert ist mir aber natürlich klar. 😀

Hast du eine bestimmte Lernstrategie, die du anwendest? Welche?

Viel hilft viel. Wenn man etwas lernen will, muss man dafür Zeit investieren. So bringt es mir nichts etwas einmal zu üben und dies dann als gelernt anzusehen.

Warum machst du Kung Fu?

Wie bereits erwähnt fand ich Kung Fu schon früh sehr interessant. Die Idee einen Lebensstil zu führen, in dem mich die Kampfkunst begleitet, fand ich, einfach angenehmer als andere.

Was in Bezug auf Kung Fu hat dich bisher am meisten beeindruckt?

Die Verbindung von Angriff und Verteidigung zur gleichen Zeit und die Geschwindigkeit von manchen Personen.

Bist du kritisch gegenüber dem, was dir beigebracht wird und gegenüber den gelebten Traditionen?

Ich erwische mich häufig dabei, wie ich gewisse Methoden hinterfrage oder ihren nutzen anzweifele. Ich denke aber, dass jede Methodik oder Tradition eine Situation hat, in der sie angebracht und gewünscht ist.

Stellst du Fragen, wenn du etwas nicht verstehst / nicht einverstanden bist? Nimmst du es einfach, wie es ist?

Ich stelle ab und an gewisse Übungen/Lektionen/Sektionen infrage, überlege, denke darüber nach und erst wenn ich mir absolut sicher bin, dass ich es nicht verstanden habe, frage ich nach. Der Grund für diese Beharrlichkeit ist, dass ich selber den gewissen »AH-Moment» erwirken möchte.

Wenn du dir Kämpfer anschaust, die von Kindesbeinen an eine bestimmte Sache ausüben und eine hohe Kunstfertigkeit erreicht haben: Was löst das bei dir aus?

Ich muss zugeben, dass ich mir selbst ein wenig böse bin, dass ich nicht früher mit einer Kampfkunst angefangen habe. Darüber ärgere ich mich dann und bin neidisch. Ich würde aber niemals so weit gehen und jemandem seine/ihre Fähigkeiten absprechen, nur weil ich eine Art Neid empfinde.

Bedeutet Kung Fu auszuüben, gewaltbereit sein zu müssen? Warum ja/nein?

Ich würde nicht sagen, dass die Ausübung von Kung Fu per se bedeutet, dass man gewaltbereit sein muss. Es gibt genug passive Kampfkünste, die zur großen Familie der Kung Fu Stile gehören. Ich denke, WAS man irgendwann lernt, ist die Gewaltbereitschaft des potenziellen Gegners einzuschätzen.

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